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3. August 2022

Zur Bewältigung der Heraus­forderungen braucht es mehr Leistung der Metall- und Elektroindustrie

Zur Diskussion um die Vorschläge des Präsidenten von Gesamtmetall Dr. Stefan Wolf erklärt der Präsident des Verbandes der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie e. V. (VSME) Prof. Dr. Nils Kroemer:

„Unsere Gesellschaft steht vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen, das ist mittlerweile breiter Konsens. Allein die Liste geopolitischer Spannungen wird derzeit immer länger. Klima- und Energiekrise, Neuorganisation von Lieferketten und die galoppierende Inflation kommen noch dazu.

Vor diesem Hintergrund bedarf es zügig der Steigerung der industriellen Produktion in wesentlichen Branchen der Metall- und Elektroindustrie, weil es letztlich immer um ganz konkrete Produkte und Dienstleistungen geht, um ein Problem zu lösen. Die Energiewende ist mit dem Abschalten von Anlagen oder auch der einfachen Verteuerung von fossiler Energie nicht zu erreichen. Es braucht technische Anlagen, die Teil einer neuen leistungsfähigen Infrastruktur werden müssen. Nur die Industrie stellt der Gesellschaft diese Lösungen bereit.

Zwei essentielle Hürden hat die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland dafür zu überwinden: fehlende Fachkräfte trotz langjähriger überdurchschnittlicher Ausbildung und zu kurze Jahresarbeitszeiten. In diesen Zusammenhang sind auch die Äußerungen von Dr. Wolf einzuordnen. Die zum Teil heftigen Gegenreaktionen auf seine Vorschläge zeigen, wie wenig die von Kanzler Olaf Scholz beschriebene Zeitenwende tatsächlich verstanden oder akzeptiert ist. Mit einem einfachen Weiter-so geht es nicht.

Die einseitige Konzentration auf die Überschrift Rente mit 70 verdeckt ein weiteres Problem. Gerade in der Metall- und Elektroindustrie darf die Erhöhung der Jahresarbeitszeit kein Tabu-Thema sein oder woher sollen sonst die dringend benötigten Güter, z. B. für die Energiewirtschaft bis hin zu den Solarausrüstungen und Wärmepumpen, kommen? Die von BDI-Präsident Prof. Dr. Siegfried Russwurm, aber auch Sigmar Gabriel geforderte Erhöhung der Wochenarbeitszeit muss daher ideologiefrei erörtert werden – und zwar dringlich. Ergänzend zu einem höheren Volumen braucht es entsprechende Rahmenregelungen für eine hohe Flexibilität in den Betrieben, die dort konkret ausgestaltet werden müssen. Aufgabe der Tarifvertragsparteien ist es, den Rahmen für mehr Volumen und eine angemessene Flexibilität zu setzen.

Wenn sich die deutsche Metall- und Elektroindustrie den aktuellen Herausforderungen offensiv stellt, dann werden sich daraus auch neue langfristig tragfähige Geschäftschancen ergeben, zuerst zum Nutzen unserer Kunden, aber auch für unsere Gesellschaft und unsere Mitarbeiter.“

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