27. Oktober 2026

Tarifrunde 2026: VSME legt in zweiter Verhandlungsrunde bundesweit abgestimmtes Angebot vor

Die zweite Verhandlungsrunde im Rahmen der Tarifrunde 2026 für die Metall- und Elektroindustrie (M+E) im Tarifgebiet Sachsen zwischen dem Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) und der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen hat heute in Dresden stattgefunden.

Dabei hat der VSME ein bundesweit mit den übrigen M+E-Arbeitgeberverbänden unter dem Dach von Gesamtmetall abgestimmtes Angebot vorgelegt.

Das Angebot sieht eine Laufzeit von 26 Monaten bis zum 31. Dezember 2028 vor. Im Juli 2027 soll eine nach den Regeln der Automatischen Differenzierung differenzierbare Einmalzahlung in Höhe von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts erfolgen. Im Juli 2028 ist eine Erhöhung der Entgelttabellen um 1,3 Prozent vorgesehen. Zugleich soll die Automatische Differenzierung ausgeweitet und dauerhaft fortgeschrieben werden.

Das Angebot erfolgt in der Erwartung der Einführung eines betrieblichen Instruments zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung. Darüber hinaus besteht Gesprächsbedarf über die hohen Krankenstände und Maßnahmen zur Senkung der Krankheitskosten sowie über eine beschleunigte Einführung von Künstlicher Intelligenz in den Betrieben.

Hierzu erklärt VSME-Verhandlungsführer Stefan Koch:

„Wir legen trotz der äußerst schwierigen wirtschaftlichen Lage ein konkretes Angebot vor. Es muss sich aber vor allem daran orientieren, was für die Unternehmen verkraftbar ist. Unser gemeinsames Ziel muss sein, die Deindustrialisierung zu stoppen, industrielle Wertschöpfung zu erhalten und so viel Beschäftigung wie möglich in Deutschland zu sichern.

Dafür brauchen wir einen tariflichen Rahmen, der der sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Lage unserer Unternehmen gerecht wird und ihnen Handlungsspielräume lässt. Die Automatische Differenzierung hat sich als praxiserprobtes Instrument bewährt. Deshalb wollen wir sie dauerhaft fortschreiben und ausweiten.

Gleichzeitig brauchen wir ein optionales betriebliches Instrument, das Investitionen und Innovationen ermöglicht und damit Standorten und Beschäftigten eine Perspektive eröffnet. Ohne zusätzliche Spielräume für Unternehmen, die investieren wollen und sollen, wird es schwer, den Abbau industrieller Strukturen zu stoppen.

Eine tarifliche Gewinnbeteiligung lehnen wir dagegen entschieden ab. Unternehmen benötigen erwirtschaftete Gewinne für Investitionen, Risikovorsorge, Liquidität und Wachstum. Entsprechende Regelungen können bereits heute individuell auf betrieblicher Ebene getroffen werden.

Das bundesweit abgestimmte Angebot liegt auf dem Tisch. Auf dieser Grundlage wollen wir die Gespräche konstruktiv und zügig fortsetzen und zu einem Ergebnis kommen, das der wirtschaftlichen Realität unserer Unternehmen Rechnung trägt.“

Zum Hintergrund:

Dem VSME gehören als tarifschließender Arbeitgeberverband 49 Mitgliedsunternehmen mit rund 28.000 Arbeitsplätzen an. In der gesamten Branche im Freistaat arbeiten in rund 1.600 Unternehmen aktuell rund 173.000 Menschen (ohne Zeitarbeiter).

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